Antifaschistisch

Antifaschismus, ein Begriff, der seine Ursprünge im Italien der 1920er Jahre hat (1), bezeichnet eine politische Selbst/Verortung, die sich gegen faschistische Ideologien, Personen und Gruppen richtet. Ziele – unmittelbar für uns – sind unter anderem, ein Wieder/Erstarken neonazistischer, rechtsextremer oder auch autoritärer Gruppen bis Parteien zu verhindern und einen Diskurs zu befördern, der die Gleichheit aller Menschen unabhängig von Sexualität, Herkunft, Geschlecht, Aussehen und Gesundheitszustand anerkennt.

Unter anderem sind wir teilnehmende und unterstützende Organisation von Offensive gegen Rechts, einem Aktionsbündnis mit dem Ziel, den FPÖ-Burschenschaftlerball (ob er sich nun WKR- oder Akademikerball nennt) zu thematisieren und durch Blockaden zu verhindern.Eine Vorstellung von „Offensive gegen rechts“ findest du unter anderem in dieser Broschüre!

Um das Ganze konkret und erfahrbar zu machen, veranstalten wir in unserer Funktion als Studienvertretung Aktions- und Veranstaltungswochen, die sich thematisch mit Widerstandsaktivitäten in faschistischen Regimen, Neurechten AkteurInnen und rechtspolitischen Argumentationen befassen, um Gegenmobilisierung diskutieren und dadurch vorbereiten zu können.

Im vergangenen Jahr ist das im Rahmen der „NEVER AGAIN“-Aktionswoche passiert. Infos hierzu findet ihr auf unserer STV-Hompage!

In diesem Jahr gibt es daher die Veranstaltungswoche „KOMMT NACH VORNE!“, die von 2.-7. Mai stattfinden wird. Hier ein Überblick über die Tagesaktivitäten:

Die Identitären. Europaweite Jugendbewegung der Neuen Rechten.

Vortrag von MMag.a Natascha Strobl und Mag. Julian Bruns
Donnerstag, 2. Mai 2013
18.30 Uhr
Hörsaal 2 (NIG, 2. Stock)

Inhalt: Ausgestattet mit griffigen Slogans, corporate design, Popkultur-Elementen und einem sich etablierenden Begriff, der zwar nicht definiert wird, aber trotzdem Mobilisierungskraft zeigt, sind die „Identitären“ nicht nur Teil des Spektrums der „Neuen Rechten“, sondern agieren als Jugendbewegung mit Aktionsformen, die auch aus der Linken bekannt sind.

In diesem Vortrag soll beleuchtet werden, welche Ideologien und Kommunikationsmuster hinter dieser Bewegung stehen und welche AkteurInnen und Referenzfiguren sie aufrecht erhalten.

Zeitzeuginnengespräch über den Austrofaschismus
Gespräch mit Leopoldine Kral

Freitag, 3. Mai 2013
16.00 Uhr
Hörsaal 2 (NIG, 2. Stock)

Inhalt: Der bewaffnete Kampf im Rahmen des Bürger_innenkriegs zwischen Schutzbund und AustrofaschistInnen war der letzte Schritt auf dem langen Weg in die austrofaschistische Diktatur, die am 1. Mai 1934 besiegelt wurde.
Leopoldine Kral wurde 1927 geboren. Sie stammt aus einer Arbeiter_innenfamilie und wuchs in einem Gemeindebau auf, wo sie 1934 die Februarkämpfe miterlebte. Sie wird sich mit uns über diese Zeit unterhalten und uns an ihren Erinnerungen teilhaben lassen.

„Blut muss fließen“ (Thomas Kuban, Peter Ohlendorf)
Exklusives Filmscreening und anschließend Regisseurgespräch mit Peter Ohlendorf

Samstag, 4. Mai 2013
18.00 Uhr
HS I (NIG, Erdgeschoß)

Inhalt: Neun Jahre lang besuchte T. Kuban als Undercover-Journalist Neonazi-Konzerte in Deutschland und Österreich. Der Film zeigt die Konzertszene, deren Hintergründe und vor allem den legeren politischen Umgang mit den veranstaltenden Organisationen und Teilnehmenden.

Nach dem Screening wird uns P. Ohlendorf einen Einblick in die Produktionshintergründe, Hindernisse und die (ausbleibenden) Folgen des Films geben!

Bisher wurde der Film nicht veröffentlicht, sondern wird nur auf Filmtourneen vorgeführt. An diesem Abend wird er zum allerersten Mal in Wien gezeigt!

Entnazifizierung der Universität Wien und der ÖAW
Vortrag von Dr. Roman Pfefferle

Montag, 6. Mai 2013
18.30 Uhr
Hörsaal 2 (NIG, 2. Stock)

Inhalt: Nach dem Anschluss 1938 begannen auch die Akademie der Wissenschaften und die Universität Wien mit der Verfolgung und Vertreibung jüdischer bzw. politisch andersdenkender Mitglieder und Lehrender.

Die Entnazifizierung nach 1945 endet de facto bereits binnen weniger Jahre – nach und nach setzten „ruhend gestellte“ Mitglieder und Lehrende ihre Arbeit fort.

R. Pfefferle stellt im Rahmen des Vortrags seine Forschungsergebnisse zu diesem Schwerpunkt vor und zeichnet Dis/Kontinuitäten des Wissenschaftsbetriebes nach.

Kritische Widerstandsforschung am Beispiel Jugendwiderstand gegen den Nationalsozialismus
Impulsvortrag von Dr.in Isabel Richter

Dienstag, 7. Mai 2013
18.00 Uhr
KomZ (NIG, 2. Stock)

Inhalt: Wie kann „Widerstand“ gegen den Nationalsozialismus erfasst werden? Welche Aktionsformen, welche Handlungen können überhaupt als „Widerstand“ gelten? Welche Ausschlüsse produziert ein enger Widerstandsbegriff? Diese und andere Fragen wird I. Richter in ihrem Impulsvortrag behandeln, um im Anschluss daran auch über marginalisierte Formen von Widerstand zu diskutieren.

„Kommt nach vorne!“ – Das POWI-Fest

Acts: Roy de Roy & Gassen aus Zucker (DJane-Kollektiv)

Einlass: ab 21.00 Uhr
Location: Ost Klub
Schwindgasse 1 /Ecke Schwarzenbergplatz 10, 1040 Wien
Arrival: Straßenbahnlinie D, Station „Schwindgasse“

Plakat Antifa-Woche

(1) Gegner_innen von Mussolini und der Partito Nazionale Fascista tragen zum ersten Mal diese Selbstbezeichnung. (vgl. Strobl, Natascha (2012): Antifaschismus. In: Brand, Ulrich et.al.: ABC der Alternativen. VSA Verlag, Hamburg. S. 24)

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