Antirassistisch

Alltagsrassismen begegnen uns Schritt und Tritt. Durch eine Öffnung der Grenzen, die nur auf die wirtschaftlichen Interessen der Besitzenden zugeschnitten ist, verstärken sich diese Tendenzen noch. Freier Kapitalverkehr kommt vor dem Recht von Menschen, sich frei zu bewegen.

Der Staat Österreich und die Institution Universität sehen in Studierenden mit dem „falschen“ Reisepass einen lästigen Kostenfaktor. Nach außen gibt man sich gern „international“ und „mobilitätsfördernd“, die „Förderungswürdigkeit“ endet jedoch an den formalen Grenzen der Europäischen Union. Studierende, die als „Drittstaatenangehörige“ stigmatisiert werden, sehen sich mit ungleich mehr Hürden in ihrem Studienalltag konfrontiert als „UnionsbürgerInnen“: Studienplätze im Herkunftsland müssen nachgewiesen werden, Visagenehmigungen eingeholt, ein Wohnplatz in Österreich gesucht werden (was sowohl bei Heimen als auch Mietwohnungen schwierig ist, da Quoten oder schon Ablehnung durch den „falsch“ klingendne Nachnamen Zutritt zu Wohnraum verunmöglichen). Teure verpflichtende Sprachkurse, ein Vermögensnachweis sowie regelmäßige „Leistungsbeschau“, Selbstversicherungen und schlussendlich doppelte Studiengebühren machen ein Studium in Österreich zu einem Akt der Unmöglichkeit.

Der eben beschriebene Umgang mit Studierenden markiert lediglich ein Symptom tieferliegender Ablehnung von Menschen, die als „fremd“ gebrandmarkt und bewusst nicht inkludiert werden. Die Universität ist ein vergleichbar kleiner Handlungsraum, macht aber deutlich, dass es ein alltagspolitisches Credo gibt: „Wer akzeptiert und gefördert werden will, sollte Weiß, Inländisch – und darüber hinaus am besten männlich, gesund und heterosexuell sein.“

Gegen solche Entwicklungen muss angekämpft werden! Wir wollen offen sein für alle Menschen, unabhängig von Erstsprache und Herkunftsort!

Wir unterstützen mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften bei Problemen mit Lehrenden (aber auch Studienkolleg_innen), Anrechnungsschwierigkeiten und wollen mit mehrsprachiger Beratung Informationen zum Studium breiter zugänglich machen!

Ein toller und zugleich empörender Text zum Thema wurde vor kurzem im Progress (Zeitschrift der Österreichischen Hochschüler_innenschaft) publiziert: „In rechtlicher Hinsicht drastisch prekarisiert“ 

Nähere Infos zu bekannten Anrechnungsproblemen an der Powi findet ihr hier und hier!

Ein Gedanke zu „Antirassistisch

  1. Ich find euch ja toll und alles. Aber warum benennt ihr das eigentlich „/xenophob“? Sooderso drück ich euch die Daumen für die Wahlen!

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