Ringvorlesung „Rechtsextremismus als Feld politikwissenschaftlicher Forschung“ im SoSe 2015

Im kommenden Sommersemester haben wir mit dem Institut eine eigene großartige Ringvorlesung geplant, die ihr besuchen könnt!

Rechtsextremismus als Forschungsthema wird von der Uni Wien und vom Institut für Politikwissenschaft nicht abgedeckt, folglich wollen wir diese Lücke schließen und uns diesem gesellschaftlich so wichtigen weil gefährlichem Thema widmen.
Die Ringvorlesung startet am 10. März und findet immer am Dienstag um 18.30 Uhr im HS 23 (Hauptgebäude) statt.

Die Vorlesung ist im Bachelor-Studienplan angesiedelt und kann für die Spezialisierung Theorie, die Alternativen Erweiterungscurricula und für nicht Powi-Studis im EC entsprechend angerechnet werden, hat also 3 ECTS-Punkte.

In der Vorlesung beschäftigen wir uns unter anderem mit folgenden Themen/Fragen:

  • Begriffe: was ist der Unterschied zwischen Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Revisionismus, Faschismus und Konservativismus?
  • Wie hat sich die Rechtsextremismus-Forschung in Deutschland und Österreich entwickelt?
  • Was ist alles Teil rechtsextremer Ideologie?
  • Was ist der Unterschied zwischen der Alten Rechten und der Neuen Rechten?
  • Wie organisieren sich Mädchen und Frauen in rechtsextremen Organisationen?
  • Was sind Merkmale von antimuslimischem Rassismus, völkischem Antikapitalismus und Sozialdarwinismus und was haben Rechtsextreme damit zu tun?
  • Ist der Zuspruch zu rechtsextremer Politik tatsächlich ein „Proletenproblem“?
  • Was sind die Funktionsmechanismen von rassistischer Politik in rechtsextremen Parteien und Jugendgruppen?

u.v.m.

Ihr seht: diese Ringvorlesung solltet ihr euch keinesfalls entgehen lassen! Wir haben Expert_innen aus Deutschland und Österreich eingeladen, die nicht nur spannende Texte, sondern auch aufschlussreiche Vorträge mitbringen.

Es wird selbstverständlich eine Moodle-Plattform geben. Für die Klausur werden im Vorfeld Fragen in einem Katalog von den Vortragenden zusammengestellt, damit ihr euch optimal für die Prüfung vorbereiten könnt.

Hier  das Programm der Ring-VO: VO-Plan als PDF

Wir freuen uns darauf, viele Interessierte von euch in der Vorlesung anzutreffen!

rv

M1 Tutorium am 27. Mai 2013

Das Master-Curriculum wird – ebenso wie der Bachelor-Studienplan – in den nächsten Monaten neu gestaltet. Doch bis es soweit ist, gibt es vor allem bei den „Grundlagen“ in M1 Handlungsbedarf. Denn die derzeitig gültige Konstruktion macht den Einstieg für Studierende ohne Bachelor Powi zu schwer und für Powi-Bachelors zu wenig prickelnd.

Da es rund um die Klausur der M1 Grundlagen auch den Wunsch gibt, sich gemeinsam und gezielter auf die Prüfung vorzubereiten, werden Mag.a Hanna Lichtenberger (Institut für Politikwissenschaft) und Kathrin Glösel am Montag, den 27. Mai einen Abend zur Prüfungsvorbereitung gestalten. Beide haben die Vorlesung als Assistentinnen mit betreut und wissen, worauf es ankommt, wenn konkrete Antworten, korrekte Begriffe und systematische Zusammenhänge gefragt sind.

Wenn du Interesse hast, an der Prüfungsvorbereitung teilzunehmen, schreib ein Mail an krisp.powi@gmx.at

Start ist um 18.00 Uhr, lernen werden wir im KomZ (NIG, 2. Stock)

Tutorium_vorne

Neue Studienleitfäden – Juhu!

Eine wichtige Mitteilung: Der aktuelle Studienleitfaden BA (also für den Bachelor) ist da und steht zum Download bereit! Viel Freude beim Lesen und viel Erfolg im Studium!

Und falls ihr schon etwas weiter seid: den Studienleitfaden MA findet ihr ebenfalls hier zum Runterladen!

//Was mach ich im ersten Semester?

Im ersten Semester ist es wichtig erstmal die STEOP (insgesamt 15 ECTS) zu absolvieren. Die besteht aus den Vorlesungsprüfungen „Grundlagen sozialwissenschaftlicher Methodologie (BAK 1.1)“ und „Fachspezifische Einführung (BAK 1.2)“. Bei der Prüfung der „Fachspezifischen Einführung werden auch Inhalte des „Propädeutikums“ abgeprüft. Dies ist eine Orientierungsveranstaltung, die geblockt zu Beginn des Semesters stattfindet. Termine und Orte findest du im Vorlesungsverzeichnis.
Der Abschluss der STEOP ist Voraussetzung für die Fortsetzung des Studiums, daher ist es wichtig sich im ersten Semester vor allem auf diese zwei Prüfungen zu konzentrieren. Außerdem hast du für die beiden Prüfungen nur jeweils zwei Antritte, aber du kannst eine Prüfung ein drittes Mal machen, wenn du die andere Prüfung positiv absolviert hast.
Wenn du motiviert bist, kannst du dich auch in andere Vorlesungen (zum Beispiel aus BAK 2 oder BAK 4) reinsetzen (es ist keine Anmeldung nötig). Für diese Vorlesung kannst du in den Ferien lernen und beim zweiten Prüfungstermin am Beginn des Folgesemesters antreten, wenn du die ECTS brauchst.
Prinzipiell wird dir von der Uni empfohlen, 30 ECTS pro Semester zu machen, wenn du in der sogenannten „Mindeststudienzeit“ (6 Semester für BA-Studien) bleiben möchtest. Aber: weder für Familien- noch Studienbeihilfe musst du 30 pro Semester machen (Familienbeihilfe: 16 pro Studienjahr, Studienbeihilfe: 30 pro Studienjahr aber Achtung: Studienbeihilfe bekommst du nur sieben Semester lang im Bachelor.)

Die sogenannte Studieneingangs- und Orientierungsphase ist offiziell eine „Einführung“, die den Studierenden einen Einblick in das Studium geben soll (quasi um zu schauen, ob es das „richtige“ Studium für sie ist). De facto ist die STEOP ein rigider Mechanismus, um durch Knock-out-Prüfungen Studierende aus dem Studium zu kicken.
Die Hochschulen in Österreich sind massiv unterfinanziert und anstatt hier mehr Geld für mehr Studierende zur Verfügung zu stellen, ist die Lösung, weniger Studierende. Und dies wird erreicht durch Multiple-Choice-Tests in der STEOP. Erwarte dir also inhaltlich nicht das Spannendste von der STEOP, es sind Überblicksvorlesungen mit nicht sehr einfachen Prüfungen am Ende. Aber: es wird danach besser! Wenn du dich mit Mitstudierenden vernetzt, Mitschriften austauscht und ihr gemeinsam lernt, ist die STEOP gut bewältigbar. Wir werden der Uni zeigen, dass wir uns nicht rausprüfen lassen!

Eine Möglichkeit, Leute zu treffen und gemeinsam zu lernen, ist das „Mentoring“, das am Institut angeboten wird. Hier triffst du dich mit anderen Erstsemestrigen und zwei bis drei Studierende, die schon länger Powi studieren, bieten Hilfestellungen in inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht an. Nähere Infos hierzu findest du auf: http://esowi.univie.ac.at/unterstuetzung-fuer-studierende/mentoring-programm/mentees/
Außerdem bietet es dir die Möglichkeit, andere Erstsemestrige kennen zu lernen und dich für das weitere Studium zu vernetzen.

Hast du dafür keine Zeit, gibt es auch die Option, sich online zu solidarisieren: einerseits gibt es die facebook-Gruppe „BA Politikwissenschaft“, die von der STV initiiert wurde. Es gibt das Forum powi.at (Mitschriftenbörse, Fragen, sonstiges Posts) und es gibt das wunderbare LV-Wiki , wo du Mitschriften, Prüfungsfragen, Infos zu LVs und vieles mehr findest. Bitte lade doch deine Mitschriften hoch, es ist auch sehr simpel und hilft vielen anderen Studierenden.

Wenn du weitere Fragen hast, unsere Beratungszeiten findest du hier!

Auf unserer Homepage http://www.univie.ac.at/politikwissenschaft/strv/content/ findest du außerdem den aktuellen Studienleitfaden mit detaillierten Infos rund um die Powi und die Uni. Für allgemeine Infos ist auch die Seite der ÖH Uni Wien empfehlenswert:

Und falls du diese Seite noch nicht kennst: Die SPL-Seite: das ist die allgemeine Institutsseite, wo du Sprechstunden, Curriculumsänderungen, Formulare, Überblicksinfos zum Institut oder anderen Spaß findest

//Mich interessiert Politikwissenschaft als Studium. Aber was lernt mensch da eigentlich?

Politikwissenschaft ist eine Sozialwissenschaft, also eine Wissenschaft mit dem Erkenntnisinteresse, Erklärungen für politische und gesellschaftliche Phänomene zu finden.

Als Abgrenzung zu anderen Sozialwissenschaften wie Soziologie, Kultur- und Sozialanthropologie u.a., schränkt die Politikwissenschaft den Gegenstand ihrer Untersuchung auf die „Politik“ ein. Dabei ist allerdings schon die erste Frage, was Politik überhaupt ist und welche gesellschaftlichen Phänomene als politisch betrachtet werden können, schwer zu beantworten.

Neben einem „klassischen“ Politikbegriff, der sich auf Phänomene wie den Staat, Staatsformen, politische Parteien, Gesetze und politische Inhalte und Entscheidungsfindungsprozesse in und um politische Organisationen beschränkt, ist es auch möglich, einen „erweiterten“ Politikbegriff zu verwenden. Dadurch wird der Blick über formelle Institutionen und Parteien hinaus möglich und es können im Allgemeinen Phänomene untersucht werden, die mit Herrschafts- und Machtbeziehungen, Ein- und Ausschlussmechanismen zu tun haben.

Schon die Definition von „Politik“ wirkt sich auf Fragestellung, Methodenwahl und Erklärungsmuster aus, die wiederum „Wahrheit“ postulieren und das Bewusstsein prägen. Mensch denke dabei beispielsweise an Meinungsumfragen, die selbst – obwohl vorgeblich nur beschreibend – doch auch eine Auswirkung auf das tatsächliche Ergebnis einer Wahl haben können. Politikwissenschaft ist  nicht nur eine Wissenschaft über Politik. Jede Wissenschaft hat einen politischen Charakter. Dieser „erweiterte“ Politikbegriff erklärt auch, warum Politikwissenschaft schon in ihrer Grundkonzeption stark auf interdisziplinäre Forschung ausgerichtet und diese für die Politikwissenschaft unverzichtbar ist.

Politikwissenschaft ist allerdings auch eine Wissenschaft und keine Ausbildung zur Politiker_in. Das heißt, ihr Forschungsgegenstand, die Politik, wird nach einer bestimmten Vorgehensweise, also mit Methode, untersucht. Nur dank einer gewissen Methodologie kann Politikwissenschaft Aussagen treffen, die nachvollziebar sind – das ist eben der wissenschaftliche Charakter.

Kurz: Im Politikwissenschaftsstudium wird nicht einfach in Köpfe eingehämmert, was Politik ist, sondern wie sich politische Phänomene wissenschaftlich beschreiben, analysieren und beeinflussen lassen. Dazu ist es unbedingt nötig, kritisches Denken zu fördern und selbst einfache und banale Tatsachen nicht unhinterfragt stehen zu lassen.  Z.B. geht es auch darum, herkömmliche Sprachmuster zu hinterfragen und aufzubrechen. So formulieren wir aus den genannten Gründen in dieser Broschüre mit „_innen“ und „mensch“ statt „man“.  Diese Fähigkeit, die im Laufe eines erfolgreichen Politikwissenschaftsstudiums gefördert werden sollte, ist womöglich auch die zentrale Qualifikation, die Student_innen dieses Fachs auszeichnet.

Eine der wichtigen Anliegen der Studienvertretung ist es, die Geschlechterforschung, die in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Forschungsgebiete im Bereich der Politikwissenschaft wurde, weiter zu fördern und eine eigene Professur für Feministische Theorien am Institut für Politikwissenschaft einzurichten. Dieses Forschungsgebiet zeigt paradigmatisch, wie moderne Politikwissenschaft Phänomene der Ausgrenzung, Diskriminierung und Fragen von Machtverhältnissen als genuin politische behandelt – so ist es mit einem erweiterten Politikbegriff beispielsweise möglich, Gewalt in der Familie auch als ein politisches und daher gesellschaftliches Problem zu untersuchen. Auch Fragen nach Diskriminierung aufgrund von Klassenzugehörigkeit, Ethnie, Herkunft und sexueller Orientierung werden immer wieder aufgegriffen und miteinander zu komplexen Fragesträngen verwoben, zu deren Analyse politikwissenschaftliche Methoden angewandt werden können. Mit diesem Politikverständnis lässt sich u.a. verstehen, warum ökonomische Entscheidungen keine „Sachzwänge“ darstellen, sondern auch politische Entscheidungen, die untrennbar mit Machtverhältnissen verbunden sind.

Durch Interdisziplinarität und empirische Forschung soll aber auch eine möglichst große Annäherung zwischen Theorie und Praxis ermöglicht werden. Den Kern der Ausbildung zum_zur Politikwissenschaftler_in bildet die Tatsache, dass erlernte Methoden und Theorien im späteren Beruf
uf entsprechende Probleme angewendet werden können. In diesem Sinne wird in letzter Zeit vermehrt auf Kontakte zu Expert_innen verschiedenster Bereiche im Rahmen des Studiums Wert gelegt.
Neben den klassischen Bereichen der Verwaltung, Parteien und Parlamente, der Internationalen Organisationen und der Medien werden zusätzlich Bereiche bzw. potenzielle Berufsfelder wie PR- und Pressearbeit in der Privatwirtschaft, im Sozial- und Kulturbereich und NGOs im Rahmen des Studiums abgedeckt. In eben genannten Bereichen liegen später auch die hauptsächlichen Berufsfelder von Absolvent_innen der Politikwissenschaft.

Für die Studienrichtung Politikwissenschaft gibt es zwei Institute, die Lehrveranstaltungen anbieten: das Institut für Politikwissenschaft – IPW (im Neuen Institutsgebäude [NIG], 2. Stock) und das Institut für Staatswissenschaft in der Hohenstaufengasse 9. An den Instituten wird hauptsächlich Forschung betrieben.

Sonst ist es auch hilfreich, sich einfach mal den Bachelor– oder Masterleitfaden der STV Politikwissenschft durchzulesen 🙂

//Was für Skripten kann ich lesen um mich auf die STEOP vorzubereiten?

An sich gibt es keine Literaturliste oder Skripten die du im Vorhinein lesen musst. Zu Beginn des Semesters wird die online Elearning Plattform moodle aktiviert, dort findest du dann alle Unterlagen zu der jeweiligen STEOP Vorlesung (Folien, Texte, etc.).

Du kannst folgendes machen wenn du dich schon ein bisschen vorbereiten willst:

1.) im LV Wiki auf unserer Homepage stöbern – dort findest du Exzerpte, Mitschriften, aber auch Prüfungsfragen zu allen Vorlesungen. Wenn du auf „Bachelor“ und dann auf „STEOP“ klickst findest du dazu alle nötigen Materialien von den letzten Semestern: hier.

2.) Wenn du Politikwissenschaft studierst ist das Buch „Die Arbeitslosen von Marienthal“ (im Facultas zu finden) empfehlenswert. Das ist eine spannende Studie die in der VO Methodologie gerne und oft behandelt wird, also sicher hilfreich für dich.

3.) Ansonsten gibt es noch www.powi.at – das ist eine Mitschriftenbörse die manchmal auch ganz hilfreich sein kann.