M1 Tutorium am 27. Mai 2013

Das Master-Curriculum wird – ebenso wie der Bachelor-Studienplan – in den nächsten Monaten neu gestaltet. Doch bis es soweit ist, gibt es vor allem bei den „Grundlagen“ in M1 Handlungsbedarf. Denn die derzeitig gültige Konstruktion macht den Einstieg für Studierende ohne Bachelor Powi zu schwer und für Powi-Bachelors zu wenig prickelnd.

Da es rund um die Klausur der M1 Grundlagen auch den Wunsch gibt, sich gemeinsam und gezielter auf die Prüfung vorzubereiten, werden Mag.a Hanna Lichtenberger (Institut für Politikwissenschaft) und Kathrin Glösel am Montag, den 27. Mai einen Abend zur Prüfungsvorbereitung gestalten. Beide haben die Vorlesung als Assistentinnen mit betreut und wissen, worauf es ankommt, wenn konkrete Antworten, korrekte Begriffe und systematische Zusammenhänge gefragt sind.

Wenn du Interesse hast, an der Prüfungsvorbereitung teilzunehmen, schreib ein Mail an krisp.powi@gmx.at

Start ist um 18.00 Uhr, lernen werden wir im KomZ (NIG, 2. Stock)

Tutorium_vorne

Neue Studienleitfäden – Juhu!

Eine wichtige Mitteilung: Der aktuelle Studienleitfaden BA (also für den Bachelor) ist da und steht zum Download bereit! Viel Freude beim Lesen und viel Erfolg im Studium!

Und falls ihr schon etwas weiter seid: den Studienleitfaden MA findet ihr ebenfalls hier zum Runterladen!

BA Alt oder BA Neu, das ist hier die Frage.

Im Wintersemester 2011/2012 ist nach einem über zweijährigen Hick-Hack zwischen Studierenden und Lehrenden der Politikwissenschaft auf der einen, sowie der universitären Bürokratie auf der anderen Seite, eine überarbeitete Fassung des Bachelor-Studiums Politikwissenschaft in Kraft getreten.

Nun sind manche von euch vielleicht schon seit einem oder mehreren Semestern inskribiert und überlegen, in den neuen Studienplan zu wechseln, da dieser im weiteren Verlauf nicht nur andere Modulzusammensetzungen, sondern auch andere Lehrveranstaltungen aufweist.

Als mögliche Entscheidungshilfe soll euch dieser kurze Text die Unterschiede der beiden Curricula erläutern. Für konkrete Fragen wendet euch bitte wie immer per Mail an uns (stv.powi@oeh.univie.ac.at) oder kommt während der Beratungszeiten vorbei, innerhalb derer wir auch telefonisch erreichbar sind! Achtung: die alte Fassung des Bachelor Studienplans läuft mit 30.11.2014 aus. Wer also spätestens im Sommersemester 2011 oder davor den Bachelor inskribiert hat und sich nicht sicher ist, ob er oder sie bis dahin alle notwendigen Leistungen erbringen kann, sollte sich auf alle Fälle die in Punkt 8 dieses Textes beschriebenen Übergangsbestimmungen durchlesen und einen rechtzeitigen Umstieg überlegen.

1. Die Studieneingangs- und Orientierungsphase

Die gravierendste Veränderung liegt in der Novelle des Universitätsgesetzes durch die SPÖVP-Regierung begründet. Nun war die „Studieneingangs- und Orientierungsphase“ trotz ihres wohlklingenden Namens immer schon ein strukturell verankerter Selektionsmechanismus, der darauf abzielt, Student_innen durch einen Prüfungstrichter laufen zu lassen. Ziel ist es, durch eine geringere Studierendenzahl mit den geringen Kapazitäten und finanziellen Mitteln auszukommen und andererseits schon von vorne herein nur einer kleinen Elite das Studieren zu ermöglichen.

Die neue Studieneingangsphase umfasst 15 ECTS-Punkte und besteht aus 3 Lehrveranstaltungen und 2 (!) Prüfungen: das Propädeutikum (vorher: Orientierungsveranstaltung), die Grundlagen sozialwissenschaftlicher Methodologie und die Fachspezifische Einführung. Zu diesen LVs gibt es zwei Prüfungen, wobei bei der Prüfung zur Fachspezifischen Einführung 4-5 Fragen vom Propädeutikum abgefragt werden. Für diese Prüfungen ist vorgesehen, dass die Klausuren nur 1x (!) wiederholt werden dürfen und somit statt vier nur mehr zwei Prüfungsantritte vorgesehen sind. Nach massivem Protest und Druck vonseiten der Studierenden, der Studienvertretungen und der ÖH, welche unter anderem zumindest einen dritten Prüfungsantritt forderten, wurde ab Sommersemester 2012 ein eingeschränkter dritter Prüfungsantritt gewährt. Studierende haben nun das Recht auf einen dritten Prüfungsantritt, wenn sie bereits eine der beiden STEOP-Prüfungen (bspw. Einführung) beim spätestens zweiten Antritt positiv absolviert haben. Dann bekommen sie bei der anderen Prüfung (bspw. Methodologie) noch einen dritten Antritt. Wenn du auf die erste Prüfung also ein Nicht Genügend hat, kann diese nur einmal wiederholen werden. Solltest du zweimal negativ auf die STEOP-Vorlesung sein, zu der du zuerst antrittst, bist du für den BA Politikwissenschaft in Wien gesperrt. Du musst also entweder ein anderes Studium wählen oder Politikwissenschaft an einer anderen Universität belegen. Das positive Absolvieren ist außerdem Voraussetzung, um bei allen weiteren LVs zu den Prüfungen antreten zu können. Hierbei sind die Prüfungstermine so angelegt, dass sie Mitte Dezember und Mitte Jänner gemacht werden können, um ggf. noch andere Prüfungen (z.B. aus BAK 2) am ersten oder zweiten Termin zu schreiben und so – wenn nötig – genügend ECTS beisammen zu haben. Ist also alles eine hochkomplexe Angelegenheit.

Je nach dem, was ihr bisher schon in der STEOP I und II im alten Studienplan gemacht habt, kann diese neue Regelung für euch relevant sein oder nicht. Habt ihr bspw. die STEOP I fertig, fehlt euch für die neue STEOP die Orientierungsveranstaltung. Falls du die STEOP noch nicht abgeschlossen hast empfehlen wir jedenfalls, die STEOP noch im alten Studienplan zu absolvieren um von den neuen Regelungen nicht betroffen zu sein und erst danach in den neuen Studienplan umzusteigen.

2. Sozialwissenschaftliche und Interdisziplinäre Grundlagen – BAK 2

Wenn die STEOP fertig ist, geht es in den Punkt BAK 2, der die sozialwissenschaftlichen Denkweisen, die aktuellen Debatten und die Historischen Grundlagen beinhaltet. Hier gibt es zwei neue Lehrveranstaltungen, die dem Studium etwas an Interdisziplinarität einhauchen sollen: die VO Politik und Ökonomie und die VO Politik und Recht, die es zuletzt im Diplomstudium noch gab. Allerdings werden beide VOs nur im Sommersemester angeboten. Historische Grundlagen, Politik und Recht, sowie Politik und Ökonomie sind allerdings im neuen Studienplan zuzüglich der Lehrveranstaltungen die im alten Studienplan Teil der STEOP waren Voraussetzung für die Spezialisierungen.

Dementsprechend ist es ratsam, sofern du im Studienjahr 2012/2013 Spezialisierungs-Lehrveranstaltungen machen willst, im alten Studienplan zu verbleiben; im Sommersemester Politik und Recht, sowie Politik und Ökonomie zu absolvieren und dich erst danach dem neuen Bachelor-Studienplan zu unterstellen.

3. Methodenvorlesungen verpflichtend

Die bereits in den letzten Jahren angebotenen, allerdings nicht im Studienplan vorgesehenen, Vorlesungen zu Quantitativen und Qualitativen Methoden sind im neuen Bachelor-Studienplan verpflichtend zu absolvieren. Im Bachelor gilt: im Wintersemester werden nur die Quantitativen Methoden angeboten, im Sommersemester nur die Qualitativen Methoden – das gilt sowohl für den alten wie den neuen BA-Plan.

4. Zusätzliche Spezialisierungsvorlesungen

Im alten BA-Plan waren in den Spezialisierungsmodulen „nur“ Seminare vorgesehen, von denen 4 ausgesucht (und ggf. mit Praxismodulen getauscht) werden mussten. Im neuen Plan müssen in BAK 9 bis BAK 16 3 Schwerpunkte gewählt werden, wobei diese aus je einer Vorlesung und einem Seminar bestehen und daher tiefer in die Materie eindringen sollen.

Außerdem muss im neuen Studienplan im Rahmen der Spezialisierungen keine kleine Bachelor-Arbeit verfasst werden, diese entfällt vollständig.

5. frei zusammenstellbares Vertiefungsmodul

Das Alternativ Pflichtmodul Vertiefung wird neu hinzugefügt und bildet sozusagen einen Wahlbereich innerhalb des PoWi-Studienplans. In diesem können 15 ECTS aus BA 9-BA 16 frei gewählt werden bzw. das Modul Politikwissenschaft in der Praxis absolviert werden. Dieses besteht aus einem Praktikum, der UE Politikwissenschaft in der Praxis und einer beliebigen Spezialisierungs-VO.

Falls du kein Praktikum machst besteht hier die Möglichkeit auf dem Weg der Anrechnung Lehrveranstaltungen aus anderen Studienrichtungen (insb. auch aus einem Zweitstudium) anerkannt zu bekommen, sofern die Inhalte der Lehrveranstaltung einem der im Studienplan vorgesehenen Spezialisierungsmodule zuordenbar sind.

6. Entfall der kleinen BA-Arbeit und Voraussetzungen für das BA-Seminar

Wie bereits erwähnt wird die kleine BA-Arbeit komplett gestrichen. Dementsprechend ist die benotete kleine BA-Arbeit nicht mehr Voraussetzung für die Anmeldung zum Bachelor-Seminar. Im neuen Studienplan musst du stattdessen alle Module bis inklusive BAK8 (STEOP, sozialwissenschaftliche und interdisziplinäre Grundlagen, Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten, Methoden und Kernfächer) sowie zwei der drei Spezialisierungsmodule aus BAK9 – BAK 16 absolviert haben.

7. Erweiterungscurricula: 30 statt 60 ECTS

Statt wie bisher 60 ECTS zu wählen, wurde ab WiSe 2011/12 der EC-Bereich halbiert. Insgesamt müssen 30 ECTS Erweiterungscurricula absolviert werden. Das heißt du kannst entweder ein vorgefertigtes EC mit 30 ECTS absolvieren, zwei vorgefertigte ECs zu 15 ECTS oder 15 ECTS-Alternative Erweiterungen (im Rahmen dessen du komplett frei einzelne Lehrveranstaltungen absolvieren kannst) und ein vorgefertigtes Modul mit 15 ECTS. Solltest du im alten Studienplan bereits mehr als 30 ECTS an ECs gemacht haben, ist es wohl in den meisten Fällen sinnvoller im alten Studienplan zu bleiben, da du sonst alles was die 30 ECTS überschreitet nicht mehr für den BA verwenden kannst.

Wie ihr seht, birgt der neue Studienplan Vor- und Nachteile, je daran gemessen, wie weit ihr im alten Plan schon im Studium seid. Neben durchaus spannenden neuen LV beinhaltet der „BA neu“ zweifelsohne Selektionsmuster und Voraussetzungsketten, die die Gestaltung des eigenen Studiums verbürokratisieren und erschweren.

8. Alter BA-Studienplan läuft 2014 aus

Studierende, welche sich in der alten Fassung des Studienplans befinden, haben bis zum 30. November 2014 Zeit, ihr Studium abzuschließen. Dies bedeutet, dass alle Lehrveranstaltungen, die für den Abschluss notwendig sind, spätestens im SoSe 2014 besucht werden müssen. Solltest du bis dahin dein Studium nicht abgeschlossen haben, wirst du automatisch umgestellt. Wenn du allerdings bereits mehr als 30 ECTS an Erweiterungscurricula gemacht hast, würdest du die darüberhinausgehenden ECTS-Punkte in der Regel nicht für den BA-Neu verwenden können.

Dementsprechend: hast du mehr als 30 ECTS an ECs gemacht, versuch unbedingt, das Bachelorstudium bis 30.11.2014 abzuschließen! Hast du weniger als 30 ECTS an ECs und denkst es könnte sich bis 30.11.2014 nicht ausgehen oder knapp werden, steig lieber um!

//Was mach ich im ersten Semester?

Im ersten Semester ist es wichtig erstmal die STEOP (insgesamt 15 ECTS) zu absolvieren. Die besteht aus den Vorlesungsprüfungen „Grundlagen sozialwissenschaftlicher Methodologie (BAK 1.1)“ und „Fachspezifische Einführung (BAK 1.2)“. Bei der Prüfung der „Fachspezifischen Einführung werden auch Inhalte des „Propädeutikums“ abgeprüft. Dies ist eine Orientierungsveranstaltung, die geblockt zu Beginn des Semesters stattfindet. Termine und Orte findest du im Vorlesungsverzeichnis.
Der Abschluss der STEOP ist Voraussetzung für die Fortsetzung des Studiums, daher ist es wichtig sich im ersten Semester vor allem auf diese zwei Prüfungen zu konzentrieren. Außerdem hast du für die beiden Prüfungen nur jeweils zwei Antritte, aber du kannst eine Prüfung ein drittes Mal machen, wenn du die andere Prüfung positiv absolviert hast.
Wenn du motiviert bist, kannst du dich auch in andere Vorlesungen (zum Beispiel aus BAK 2 oder BAK 4) reinsetzen (es ist keine Anmeldung nötig). Für diese Vorlesung kannst du in den Ferien lernen und beim zweiten Prüfungstermin am Beginn des Folgesemesters antreten, wenn du die ECTS brauchst.
Prinzipiell wird dir von der Uni empfohlen, 30 ECTS pro Semester zu machen, wenn du in der sogenannten „Mindeststudienzeit“ (6 Semester für BA-Studien) bleiben möchtest. Aber: weder für Familien- noch Studienbeihilfe musst du 30 pro Semester machen (Familienbeihilfe: 16 pro Studienjahr, Studienbeihilfe: 30 pro Studienjahr aber Achtung: Studienbeihilfe bekommst du nur sieben Semester lang im Bachelor.)

Die sogenannte Studieneingangs- und Orientierungsphase ist offiziell eine „Einführung“, die den Studierenden einen Einblick in das Studium geben soll (quasi um zu schauen, ob es das „richtige“ Studium für sie ist). De facto ist die STEOP ein rigider Mechanismus, um durch Knock-out-Prüfungen Studierende aus dem Studium zu kicken.
Die Hochschulen in Österreich sind massiv unterfinanziert und anstatt hier mehr Geld für mehr Studierende zur Verfügung zu stellen, ist die Lösung, weniger Studierende. Und dies wird erreicht durch Multiple-Choice-Tests in der STEOP. Erwarte dir also inhaltlich nicht das Spannendste von der STEOP, es sind Überblicksvorlesungen mit nicht sehr einfachen Prüfungen am Ende. Aber: es wird danach besser! Wenn du dich mit Mitstudierenden vernetzt, Mitschriften austauscht und ihr gemeinsam lernt, ist die STEOP gut bewältigbar. Wir werden der Uni zeigen, dass wir uns nicht rausprüfen lassen!

Eine Möglichkeit, Leute zu treffen und gemeinsam zu lernen, ist das „Mentoring“, das am Institut angeboten wird. Hier triffst du dich mit anderen Erstsemestrigen und zwei bis drei Studierende, die schon länger Powi studieren, bieten Hilfestellungen in inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht an. Nähere Infos hierzu findest du auf: http://esowi.univie.ac.at/unterstuetzung-fuer-studierende/mentoring-programm/mentees/
Außerdem bietet es dir die Möglichkeit, andere Erstsemestrige kennen zu lernen und dich für das weitere Studium zu vernetzen.

Hast du dafür keine Zeit, gibt es auch die Option, sich online zu solidarisieren: einerseits gibt es die facebook-Gruppe „BA Politikwissenschaft“, die von der STV initiiert wurde. Es gibt das Forum powi.at (Mitschriftenbörse, Fragen, sonstiges Posts) und es gibt das wunderbare LV-Wiki , wo du Mitschriften, Prüfungsfragen, Infos zu LVs und vieles mehr findest. Bitte lade doch deine Mitschriften hoch, es ist auch sehr simpel und hilft vielen anderen Studierenden.

Wenn du weitere Fragen hast, unsere Beratungszeiten findest du hier!

Auf unserer Homepage http://www.univie.ac.at/politikwissenschaft/strv/content/ findest du außerdem den aktuellen Studienleitfaden mit detaillierten Infos rund um die Powi und die Uni. Für allgemeine Infos ist auch die Seite der ÖH Uni Wien empfehlenswert:

Und falls du diese Seite noch nicht kennst: Die SPL-Seite: das ist die allgemeine Institutsseite, wo du Sprechstunden, Curriculumsänderungen, Formulare, Überblicksinfos zum Institut oder anderen Spaß findest

//Mich interessiert Politikwissenschaft als Studium. Aber was lernt mensch da eigentlich?

Politikwissenschaft ist eine Sozialwissenschaft, also eine Wissenschaft mit dem Erkenntnisinteresse, Erklärungen für politische und gesellschaftliche Phänomene zu finden.

Als Abgrenzung zu anderen Sozialwissenschaften wie Soziologie, Kultur- und Sozialanthropologie u.a., schränkt die Politikwissenschaft den Gegenstand ihrer Untersuchung auf die „Politik“ ein. Dabei ist allerdings schon die erste Frage, was Politik überhaupt ist und welche gesellschaftlichen Phänomene als politisch betrachtet werden können, schwer zu beantworten.

Neben einem „klassischen“ Politikbegriff, der sich auf Phänomene wie den Staat, Staatsformen, politische Parteien, Gesetze und politische Inhalte und Entscheidungsfindungsprozesse in und um politische Organisationen beschränkt, ist es auch möglich, einen „erweiterten“ Politikbegriff zu verwenden. Dadurch wird der Blick über formelle Institutionen und Parteien hinaus möglich und es können im Allgemeinen Phänomene untersucht werden, die mit Herrschafts- und Machtbeziehungen, Ein- und Ausschlussmechanismen zu tun haben.

Schon die Definition von „Politik“ wirkt sich auf Fragestellung, Methodenwahl und Erklärungsmuster aus, die wiederum „Wahrheit“ postulieren und das Bewusstsein prägen. Mensch denke dabei beispielsweise an Meinungsumfragen, die selbst – obwohl vorgeblich nur beschreibend – doch auch eine Auswirkung auf das tatsächliche Ergebnis einer Wahl haben können. Politikwissenschaft ist  nicht nur eine Wissenschaft über Politik. Jede Wissenschaft hat einen politischen Charakter. Dieser „erweiterte“ Politikbegriff erklärt auch, warum Politikwissenschaft schon in ihrer Grundkonzeption stark auf interdisziplinäre Forschung ausgerichtet und diese für die Politikwissenschaft unverzichtbar ist.

Politikwissenschaft ist allerdings auch eine Wissenschaft und keine Ausbildung zur Politiker_in. Das heißt, ihr Forschungsgegenstand, die Politik, wird nach einer bestimmten Vorgehensweise, also mit Methode, untersucht. Nur dank einer gewissen Methodologie kann Politikwissenschaft Aussagen treffen, die nachvollziebar sind – das ist eben der wissenschaftliche Charakter.

Kurz: Im Politikwissenschaftsstudium wird nicht einfach in Köpfe eingehämmert, was Politik ist, sondern wie sich politische Phänomene wissenschaftlich beschreiben, analysieren und beeinflussen lassen. Dazu ist es unbedingt nötig, kritisches Denken zu fördern und selbst einfache und banale Tatsachen nicht unhinterfragt stehen zu lassen.  Z.B. geht es auch darum, herkömmliche Sprachmuster zu hinterfragen und aufzubrechen. So formulieren wir aus den genannten Gründen in dieser Broschüre mit „_innen“ und „mensch“ statt „man“.  Diese Fähigkeit, die im Laufe eines erfolgreichen Politikwissenschaftsstudiums gefördert werden sollte, ist womöglich auch die zentrale Qualifikation, die Student_innen dieses Fachs auszeichnet.

Eine der wichtigen Anliegen der Studienvertretung ist es, die Geschlechterforschung, die in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Forschungsgebiete im Bereich der Politikwissenschaft wurde, weiter zu fördern und eine eigene Professur für Feministische Theorien am Institut für Politikwissenschaft einzurichten. Dieses Forschungsgebiet zeigt paradigmatisch, wie moderne Politikwissenschaft Phänomene der Ausgrenzung, Diskriminierung und Fragen von Machtverhältnissen als genuin politische behandelt – so ist es mit einem erweiterten Politikbegriff beispielsweise möglich, Gewalt in der Familie auch als ein politisches und daher gesellschaftliches Problem zu untersuchen. Auch Fragen nach Diskriminierung aufgrund von Klassenzugehörigkeit, Ethnie, Herkunft und sexueller Orientierung werden immer wieder aufgegriffen und miteinander zu komplexen Fragesträngen verwoben, zu deren Analyse politikwissenschaftliche Methoden angewandt werden können. Mit diesem Politikverständnis lässt sich u.a. verstehen, warum ökonomische Entscheidungen keine „Sachzwänge“ darstellen, sondern auch politische Entscheidungen, die untrennbar mit Machtverhältnissen verbunden sind.

Durch Interdisziplinarität und empirische Forschung soll aber auch eine möglichst große Annäherung zwischen Theorie und Praxis ermöglicht werden. Den Kern der Ausbildung zum_zur Politikwissenschaftler_in bildet die Tatsache, dass erlernte Methoden und Theorien im späteren Beruf
uf entsprechende Probleme angewendet werden können. In diesem Sinne wird in letzter Zeit vermehrt auf Kontakte zu Expert_innen verschiedenster Bereiche im Rahmen des Studiums Wert gelegt.
Neben den klassischen Bereichen der Verwaltung, Parteien und Parlamente, der Internationalen Organisationen und der Medien werden zusätzlich Bereiche bzw. potenzielle Berufsfelder wie PR- und Pressearbeit in der Privatwirtschaft, im Sozial- und Kulturbereich und NGOs im Rahmen des Studiums abgedeckt. In eben genannten Bereichen liegen später auch die hauptsächlichen Berufsfelder von Absolvent_innen der Politikwissenschaft.

Für die Studienrichtung Politikwissenschaft gibt es zwei Institute, die Lehrveranstaltungen anbieten: das Institut für Politikwissenschaft – IPW (im Neuen Institutsgebäude [NIG], 2. Stock) und das Institut für Staatswissenschaft in der Hohenstaufengasse 9. An den Instituten wird hauptsächlich Forschung betrieben.

Sonst ist es auch hilfreich, sich einfach mal den Bachelor– oder Masterleitfaden der STV Politikwissenschft durchzulesen 🙂